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Die ersten zwei Monate

Die ersten zwei Monate

Essen ohne Brot, Nudeln, Reis, Mais, Kartoffeln, Zucker, Kuchen und anderen Getreideprodukten ganz zu Schweigen von Schokolade und all den anderen süßen Leckereien konnte ich mir einfach nicht vorstellen.

Frühstück: Der erste Tag war nicht ganz so einfach. Der Toaster verschwand aus unserer Küche. Marmelade, Toastbrot, Müsli, Honig und Brötchen sollen nun für einige Monate verboten sein. Statt dessen fingen wir an Rührei mit Speck zu braten. Am Anfang fanden wir das zeitaufwändig, doch mit der Zeit ging das morgendliche Ritual immer flotter von der Hand. Rührei mit Speck ist uns inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden und wir freuen uns immer auf das Frühstück.

Zwischenmahlzeiten: So ein Frühstück hält auch den ganzen Vormittag satt und wir kommen ohne Zwischenmahlzeiten aus. Ein gesunder Mensch ist kein Lebewesen, dass alle paar Stunden etwas Süßes essen muss, um seine Leistungsfähigkeit zu erhalten. Diesen Glauben hat uns nur die Lebensmittelwerbung vorgemacht. Ausnahmen bilden nur schwer körperlich arbeitende Menschen und Sportler. Wer Süßigkeiten isst, setzt seinem Blutzuckerspiegel starken Schwankungen aus, was wieder Hunger auslöst. Zwischendurch essen wir lieber ein hartgekochtes Ei oder ein Stück Käse. Beides hält über lange Zeit satt.

Mittagessen: Zum Mittagessen reicht dann oft eine kleine Fleischmahlzeit, z.B. ein paar Schinkenröllchen mit Mayonnaise und wieder ein hartgekochtes Ei. So ein Essen macht erstaunlich schnell satt. Abends gibt es dann zum Beispiel gebratenes Fleisch mit leckerer Sahnesoße zu kohlehydratarmen Gemüse. Wichtig ist, dass man keinen Hunger leidet. Käsehappen als Zwischenmahlzeit haben sich als langfristige Waffe gegen Hungergefühl als ideal erwiesen. Eigentlich war dies aber durch das reichliche Abendessen kaum notwendig. Vor allen Dingen fielen die vielen abendlichen Knabbereien weg, die sich zu einer erheblichen Anzahl von Kohlenhydraten summieren.

Verstopfung: Manche bekommen von der Ernährung Verstopfung, was sich aber mit der Zeit legt, bis der Körper sich daran gewöhnt hat. Wenn es zum Problem wird, hilft ballaststoffreiches Gemüse, womit man sich wieder der Logi-Methode annähert, aber nicht so schnell abnimmt.

Mundgeruch: In den ersten Tagen hatte ich einen unangenehmen Mundgeruch. Ich nehme an, der Geruch stammt von der Ketose. Das ist ein natürlicher Vorgang, welcher durch den Fettabbau entsteht.

Alkohol: Selbstverständlich trinken wir wenig Alkohol, da Alkohol zudem dass Essverhalen enthemmt, weshalb zum Essen ja gerne Wein oder Bier gereicht wird. Außerdem sollte man bei der fettreichen Ernährung seiner Leber durch Alkohol nicht noch mehr zumuten. Alkohol hat zudem einen hohen Kalorierengehalt. Besonders Bier enthält zudem noch jede Menge Kohlenhydrate.

Getränke: Kaffee und Tee sind als Getränke erlaubt, die ich mit Milch versetze. Ab und zu nehme ich auch Süßstoff, was im Gegensatz zur üblichen Meinung meinen Hunger auf Süßes nicht anregt. Süßstoff wird bekanntlich zur Appetitanregung Schweinfutter beigemischt, damit die Schweine schneller ihr Schlachtgewicht erhalten. Selbstverständlich kommen nur zuckerfreie Limonaden in Frage, andernfalls könnte man gleich Zuckerlösung mit Farbstoff trinken.

Vitaminpräparate: Wir nehmen abgesehen von Vitamin D keine zusätzlichen Vitaminpräparate zu uns. Die Mischung aus Fleisch, Fisch und Gemüse deckt den Vitaminbedarf ab. Jüngste Studien (siehe Bericht in Nano, 3sat) haben übrigens gezeigt, dass ein zu viel an Vitaminen die Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen oder an andere Leiden zu erkranken, erhöht. Offenbar ist der Vitaminmangel wieder mal eine Marketingidee der Pharma-Industrie, um ein Milliardengeschäft anzukurbeln. Fragen Sie nicht Ihren Apotheker dazu, denn er will auch daran verdienen.

Vitamin D: Etwas anders sieht es bei Vitamin D aus. Es spricht sehr viel dafür, dass zu wenig Vitamin D für zahlreiche Krankheiten, eine Immunschwäche und ein schlechtes Allgemeinbefinden verantwortlich ist. Es lohnt sich auf Wikipedia - Vitamin D die dortige Diskussion zu verfolgen. Da wir in Schweden wohnen, bekommen wir in den Wintermonaten keine UV-Strahlung ab, die der Haut eine Produktion von Vitamin D ermöglicht und nehmen deshalb pro Tag 1000 Einheiten Vitamin D als Tabletten zusätzlich auf. Vor einer Überdosierung sei gewarnt, denn Vitamin D ist eigentlich eine hochgiftige Substanz. Wir leben eben nicht mehr wie die Jäger und Sammler, die den ganzen Tag in der frischen Luft von der Sonne gegerbt eine ausreichende Vitamin D-Versorgung erlangen. In Kuhmilch ist ebenfalls Vitamin D enthalten und vielleicht haben deshalb nur 2% der Schweden eine Lactose-Intoleranz. Laut Wikipedia - Lactoseintoleranz vertrugen unsere europäischen Vorfahren vor Einführung der Landwirtschaft vor etwa 8000 Jahren noch keine Kuhmilch.

Gewichtsverlust: Die ersten vier Wochen nahmen wir mit diesen einfachen Ernährungsregeln 1 kg pro Woche ab. An die neue Ernährung gewöhnten wir uns nach ein paar Tagen sehr schnell. Es gibt keine Sehnsucht nach Brot, Schokolade, Eis oder Süßigkeiten. Nach fünf Wochen hat sich der Gewichtsverlust zwischen 500 und 1000 gr. eingependelt, wobei ich eine Woche lang glaubte nicht mehr abzunehmen. Das kann auch passieren. Jedenfalls sollte das Wiegen nur morgens vor dem Frühstück und immer nur einmal die Woche stattfinden. Schwankungen im Körpergewicht sind ganz normal. Wir verspüren keinen Hunger und nehmen dabei noch ab. Unter diesen Vorraussetzungen spielt es ja keine Rolle, wie schnell die Pfunde schwinden, da der Leidensdruck fehlt. Nach etwa 6 Wochen musste ich meinen Gürtel so eng schnallen, dass ich gezwungen war ein neues Loch zu bohren. Am Gürtel macht sich das Erfolgserlebnis sehr schnell sichtbar. Wer zusätzlich Sport treibt, nimmt vielleicht nicht ab, da Muskelmasse aufgebaut wird, was ja wünschenswert ist. Das Ergebnis nach zwei Monaten waren bei uns 6 und 7 kg, womit wir sehr zu Frieden sind, denn wer zu schnell abnimmt, läuft Gefahr wieder schnell zuzunehmen.

Aktualisiert (Montag, den 26. Oktober 2009 um 11:43 Uhr)